Dia de los Muertos – wenn die Toten zu Besuch kommen

Catrina - Dia de los Muertos

Der Dia de los Muertos (Tag der Toten) ist vielen – spätestens seit den spektakulären Szenen in „James Bond 007 – Spectre“ und den immer beliebter werdenden, oft bunten Totenköpfen als Dekoration – ein Begriff. Natürlich haben diese Hollywood-Darstellungen nur bedingt etwas mit dem traditionellen Tag der Toten gemein. Wie in Europa wird auch in Mexiko an den ersten beiden Tagen im November der Verstorbenen gedacht. Dabei ist der Día de los Muertos ist in erster Linie ein Familienfest zu dem nicht nur die Lebenden, sondern vor allem auch die Toten eingeladen sind.

Dia de los Muertos – komm, wir feiern mit den Toten

Anders als in unseren Kulturkreisen ist das Zusammentreffen mit den Toten vor allem eine fröhlich-ausgelassene Feier mit Musik, Tanz Essen und Trinken.

Oft beginnen die Vorbereitungen schon Mitte Oktober: Es wird eingekauft, gekocht und dekoriert. Denn wenn die Toten zu Besuch kommen soll es an nichts fehlen. Mittelpunkt der Feierlichkeiten ist die „Ofrenda“ – der Totenaltar. Diese wird festlich mit Blumen, Kerzen, Essen, Getränken und kunstvollem Scherenschnitt-Papier dekoriert. Jeder Verstorbene bekommt seinen Platz auf dem Totenaltar mit einem kleinen Totenkopf mit Namen darauf und einem Foto. Dazu wird den Verstorbenen als Erfrischung nach der langen Reise aus dem Reich der Toten Wasser dargeboten. Dazu Salz, als reinigendes Element und Brot als Symbol der Gemeinschaft von Lebenden und Toten. Das süße Hefebrot zum Tag der Toten heißt – ganz passend – Pan de Muerto.

Auch wenn für den ein oder anderen Außenstehenden dieser Brauch und vor allem die exzessive Darstellung des Todes durch Totenköpfe und Skelette makaber erscheint, hat es dennoch einen ganz einfachen Grund: der Tod wird in Mexiko – viel stärker als bei uns – als integraler Bestandteil des Lebens gesehen und in vielerlei Hinsicht in das Leben integriert. Auch Witze, Tänze und Verkleidungen zum Thema Tod sind natürlich allgegenwärtig.  Denn schon für die Azteken war der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem – der Übergang zu einer anderen Daseinsform.

Das wohl berühmteste Symbol des Dia de los Muertos ist übrigens die Figur der „Catrina“: Das Skelett einer Frau, oft in einem elegent kunstvollem Gewand.

Tipp: Ein Rezept zum Nachbacken des „Pan de Muerto“ findet ihr hier: Pan de Muerto

Weitere Infos liefert diese interessante Kurzdoku (leider nur in Englisch) von „The British Museum

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  1. Pingback: Rezept: Pan de Muerto - Das traditionalle Brot zum Dia de los Muertos - YOLOTL

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